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Zehn Jahre Reha-Haus Buchholz - Engagement für die Bewohner

Landesärztin Dr. Knüpfer-Banerjee: „Hier gelingt etwas, wovon andere Heime nur träumen können“

Buchholz - Dr. Ute Knüpfer-Banerjee hat die Ansichten der Gäste beim zehnjährigen Jubiläum des Reha-Hauses Buchholz auf den Punkt gebracht: „Hier gelingt etwas, wovon andere Heime nur träumen können.“ In ihrem Festvortrag ging die Hamburger Landesärztin vor allem auf die Bedeutung des Begriffs „Nutzerorientierung“ in Heimen ein. Dabei kritisierte sie, dass es beim Pflegepersonal oft nur mangelnde Kenntnis von den Innenansichten der Bewohner gebe, vor allem dann, wenn sie an einer erworbenen Hirnschädigung litten. Im Reha-Haus sei man bei der Nutzerorientierung jedoch schon sehr weit voran gekommen. Dies äußere sich auch in den vielfältigen Aktivitäten des Heimes – von der Kochgruppe bis zum Besuch des Open-Air-Festivals in Wacken.

Zuvor hatte Ernst Fischer, Geschäftsführer des Reha-Hauses Buchholz, die vergangenen zehn Jahre Revue passieren lassen. Er erinnerte daran, dass er eher zufällig durch den Kauf des vermieteten Hauses  zum Chef des Heimes geworden war. Dann jedoch hatte es ihn gepackt. Er erkannte das Leid der Bewohner und die besonderen Umstände, die mit erworbenen Hirnschädigungen einher gehen. Er wollte helfen, dabei aber wirtschaftlich arbeiten. „Damals bemühte ich mich bereits, die Strukturen, die ich aus der freien Wirtschaft bereits kannte, auch im Heim umzusetzen“, beschrieb er die ersten Schritte hin zum „Familienunternehmen“ Reha-Haus.  Heute ist das Spezialheim eine wichtige Einrichtung für die Betroffenen, aber auch ein wichtiger Arbeitgeber. Immerhin sind dort mehr als 40 Mitarbeiter beschäftigt. Hinzu kommen externe Therapeuten, die regelmäßig mit Patienten im Heim arbeiten.

Der Wirtschaftsfaktor Reha-Haus spielte dann auch im Grußwort des Buchholzer Bürgermeisters Uwe Bohlmann eine wichtige Rolle. Zudem hob Bohlmann das kulturelle Engagement von Ernst Fischer hervor. Wolfgang Walde aus Middelburg, 1. Vorsitzender der Landearbeitsgemeinschaft Phase F, ging indes auf die Therapiebandbreite im Reha-haus ein, verschwieg aber auch nicht die Probleme, die die Heime bei der Finanzierungh der Plätze hätten.

Besonders bewegend war die kleine Ansprache des Reha-Haus-Bewohners und Heimsprechers Thomas Wesselhöft. In anschaulichen und teils humorvollen Worten beschrieb er, wie er in den vergangenen sieben Jahren zuerst den Rollstuhl verlassen und dann auch noch den Stock „wegschmeißen“ konnte. Sein nächstes Ziel: Wieder nach Brunsbüttel ziehen. Aber: „Es gefällt mir hier. Ich bleib auch noch ein oder zwei Jahre hier.“

Auch der geistliche Beistand blieb bei der Feier nicht aus. Pastor Michael Marwedel berichtete von regelmäßigen Gesprächen mit Heimbewohnern. Auch das Abendmahl werde zunehmend angenommen, und zwar nicht nur von Heimbewohnern, sondern verstärkt auch von Angehörigen und Pflegekräften.

Übrigens: Die Feier erhielt einen internationalen Rahmen durch die Musik. Der argentinische Harfenist Diego Laverde, der zur Zeit durch Deutschland tourt, wurde unterstützt durch Olaf Plotz (Percussion), der seinerseits für die Musiktherapie im Heim zuständig ist.

Im Reha-Haus Buchholz werden ausschließlich Bewohner mit Pflegestufen I bis III+ versorgt und therapiert. Ziel ist es dabei, Menschen mit schweren Schädel-Hirnverletzungen ein Zuhause zu geben. Das Heim kann bis zu 35 Pflegebedürftige aufnehmen, die den Phasen F und G in der neurologischen Rehabilitationskette zugeordnet werden. Das Haus ist daher im Gegensatz zu vielen anderen Einrichtungen in der Lage, auch Schwerstbetroffene aufzunehmen, die spezieller Behandlungen bedürfen, also etwa Beatmungspatienten, Patienten im Wachkoma, Patienten mit einer Trachealkanüle oder Patienten, die mit dem Erreger MRSA infiziert sind.

 

  Fotos: Jörg Jahnke